Die Palladio- Aldinen

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Hört man den Namen „Palladio“, hat man sofort Bilder von Renaissance-Palazzi mit perfekten Proportionen, idealen Landschaftsgärten und venezianischen Kirchenfassaden im Kopf. Seine Villen zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe und als Brückenbauer zwischen Antike und neuzeitlicher Architektur ist sein Einfluss bis heute sichtbar. Palladio ist der Baumeister des Sehnsuchtsortes Italien, dessen Faszination sich Menschen seit Jahrhunderten nur zu gern hingeben.

Ein paar weitere Bücher also über das Werk des Steinmetzes, Bildhauers und Baumeisters? Nein. Ulrike Eichhorn hat sich mit den „Palladio-Aldinen. Palladio und sein Leben 1508-1580“ auf die Suche nach dem Menschen Andrea Palladio gemacht, über den bis dato wenig bekannt war. Wo liegen die Wurzeln des epochalen Künstlers? Welche Einflüsse und welche Personen prägten ihn? Es ist nichts weniger als Grundlagenforschung, was Ulrike Eichhorn hier betreibt.

Palladio in Rom - VOL 2

Die Architektin stöberte sich in Padua, Venedig und Rom durch Archive, Museen und Sammlungen, studierte Stadtpläne, Ansichten und Schriften und besuchte Palladios zahlreiche Werke. Das 16. Jahrhundert beschreibt sie als eine Welt im Umbruch, in der Luther und Kopernikus hergebrachte Weltbilder ins Wanken brachten. Eichhorn erzählt, wie man sich die wichtigen Renaissance-Städte vorstellen kann, von den Innovationen, die Handwerk und Landwirtschaft revolutionierten, von politischen Ränkespielen und Machtpokern.

Vor allem aber fördern ihre Recherchen viele Facetten der Person Palladio zutage: Da ist natürlich die Familie, etwa der Taufpate, der Palladio die Ausbildung zum Steinmetz ermöglichte, seine Frau und die vier Kinder. Da sind aber auch die architektonischen Lehrmeister – die antiken Vorbilder wie Vitruv oder Zeitgenossen wie Peruzzi – und die zahlreichen Maler, Mathematiker, Schriftsteller und Philosophen. Sie alle werden in kompakten Porträts vorgestellt. Jede Buchseite macht den Menschen Palladio lebendiger und sichtbarer.

Palladios Werkschau - VOL 3
Darüber hinaus sind die drei Bände Reiseführer zu Orten und Bauwerken, die bereits die Künstler der Renaissance begeisterten, sowie zu den zahlreichen Spuren Palladios im Veneto, in Venedig und Rom – mit zahlreichen Karten, Fotografien und Insider-Tipps. Die handlichen Abmessungen machen die Bücher zu hervorragenden Begleitern für eigene Architektur-Entdeckungsreisen. Dieses sog. Aldine-Format geht auf die venezianische Druckerei Aldina zurück, die zu Palladios Lebzeiten antike Klassiker neu editierte.

Die Palladio-Aldine ist eine Einladung, tief in Leben und Zeit Palladios einzutauchen und so zu verstehen, wie dessen Schaffenskraft entfesselt werden konnte und warum die Faszination für den Renaissance-Baumeister bis heute ungebrochen ist.

Die drei Bände Palladio im Veneto – VOL.1, Palladio in Rom – Vol. 2 und Palladio Werkschau – Vol.3 sind Teil einer Reihe der Edition Eichhorn zu stilbildenden Baumeistern. Der Schwerpunkt liegt auf der Einbettung von Leben und Werk in den gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Kontext.

Catherine Knauf | Literaturtest | Berlin

 

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